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Verl
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Verl ist eine Stadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens, die 15 Kilometer sßdlich von Bielefeld liegt. Die rund 26.000 Einwohner zählende Mittelstadt gehÜrt zum ostwestfälischen Kreis Gßtersloh im Regierungsbezirk Detmold.
Die Stadt Verl entstand 1970 durch Zusammenlegung mehrerer Teile der fßnf Gemeinden des Amtes Verl. Die Besiedlung des heutigen Stadtgebietes in der Westfälischen Bucht wurde im Jahr 1088 erstmals schriftlich belegt. Verl wurde am 1. Januar 2010 zur mittleren kreisangehÜrigen Stadt erhoben.
Aufgrund der Lage direkt am Ălbach wird Verl häufig als Ălbachstadt (vor der Ernennung zur Stadt als Ălbachgemeinde) bezeichnet. Ăber die Region hinaus bekannt ist sie vor allem durch den in der 3. FuĂball-Liga spielenden SC Verl sowie durch die Ostwestfalenhalle im Ortsteil Kaunitz. Dort findet seit 1966 monatlich ein Hobbymarkt statt, der als grĂśĂter Tier- und TrĂśdelmarkt in NRW gilt.cite-ref-2[2]
Contents
⢠Geografie
⢠Geologie
⢠Nachbargemeinden
⢠Stadtgliederung
⢠Klima
⢠Geschichte
⢠Erster Weltkrieg
⢠Eingemeindungen
⢠Religion
⢠Politik
⢠Stadtrat
⢠Bßrgermeister
⢠Wahlergebnisse
⢠Wappen
⢠Logo
⢠Theater
⢠Museen
⢠Musik
⢠Bauwerke
⢠Denkmäler
⢠Parks
⢠FriedhÜfe
⢠Sport
⢠Verkehr
⢠Medien
⢠Bildung
⢠Wasserversorgung
⢠Sonstiges
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Geografische Lage
Verl liegt im Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen (Ostwestfalen-Lippe) sßdlich des Teutoburger Waldes im Sßden des Kreises Gßtersloh in einem Dreieck, dessen Ecken die Städte Gßtersloh (9,2 km entfernt), Bielefeld (15,4 km) und Paderborn (25,1 km) bilden.cite-ref-3[3] Die Stadt gehÜrt dem Regierungsbezirk Detmold an.
Das Stadtgebiet befindet sich in der GroĂlandschaft des norddeutschen Tieflandes im Teilbereich Ăstliches SandmĂźnsterland (OstmĂźnsterland) innerhalb der Westfälischen Bucht.
Verl wird von den Bächen Dalke, Menke-, Ăl-, Wapel- und Sennebach durchzogen (Auflistung von nord nach sĂźd). Zusammen mit den jeweiligen ZuflĂźssen sorgen sie fĂźr die Entwässerung der Stadt. Die Dalke hat als ZuflĂźsse den Hassel- und den Strothbach. Dem Ălbach flieĂt der Landerbach und der Wapel der Rodenbach zu. Der Sennebach entwässert direkt in die Ems, der letztendlich alle Verler Bäche bzw. Bachsysteme nahezu parallel in nordost-sĂźdwestlicher Richtung aus dem Teutoburger Wald zuflieĂen.
Bekanntester See auf dem Gebiet der Stadt ist der Verler See im Ortsteil SĂźrenheide. Der grĂśĂte See ist der so genannte A2-See, ein Baggersee, der bei dem Bau der Autobahn A2 entstanden ist. Etwa 1 Kilometer sĂźdlich vom A2-See befindet sich der deutlich kleinere Tellersee. Beide Seen befinden sich im Ortsteil Sende.cite-ref-4[4]
Zum Hochwasserschutz der am Wapelbach flussabwärts liegenden Städte wurde im Jahr 2011 das Wapelbecken I in Betrieb genommen. 2023 folgte die Inbetriebnahme des Wapelbecken II.
Im Osten der Stadt liegt der Holter Wald, dessen grĂśĂter Teil jedoch zur Stadt SchloĂ Holte-Stukenbrock gehĂśrt. Der hĂśchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich auf 111 m Ăź. NN (St.-Heinrich-StraĂe), der niedrigste auf 82 m Ăź. NN (WiedenbrĂźcker StraĂe).
Geologie
Das MĂźnsterländer Becken, zu dem Verl geologisch gehĂśrt, hat ungefähr die Gestalt einer SchĂźssel. Der tiefe Untergrund des Verler Gebiets besteht aus einem Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon und Karbon). Richtung Oberfläche schlieĂt sich Festgesteinsuntergrund an, der vollständig aus mächtigen, tektonisch nur wenig gestĂśrten Tonmergelsteinen des Erdmittelalters (Oberkreide) und älteren Kreide-Kalksteinschichten besteht. Sie sind schwach Richtung Osten geneigt.
Die Oberschicht des Gebiets besteht aus einer meist sandig-schluffig-tonigen Lockergesteinsschicht des Eiszeitalters (Quartär). Es finden sich junge, manchmal torfige Sedimente der Ems und ihrer Zuflßsse sowie ältere eiszeitliche Ablagerungen wie Grundmoränen oder Schmelzwassersande in der Oberschicht. Der oberflächennahe Bereich fßhrt zum Teil reichlich Grundwasser. Das Grundwasser des tieferen Untergrundes ist versalzen.cite-ref-5[5]
Nährstoffarme und ßberwiegend sandige BÜden mit geringer landwirtschaftlicher Ertragsleistung sowie geringer Wasserkapazität und Wasserdurchlässigkeit sind in Verl anzutreffen. Stellenweise haben sich NiedermoorbÜden gebildet.
Obwohl Verl in der Emssandebene (Ostmßnsterland) liegt, wird sein Landschaftsbild durch eine fßr das Mßnsterland charakteristische Parklandschaft geprägt. Deutlich wird dies durch den Wechsel von kleineren Acker- und Grßnlandflächen sowie gliedernden Hecken und baumumstandenen EinzelhÜfen. Auf dem Gebiebt Verls finden sich durch einen Gletscher des Inlandeises geformte Drumlins. Der Lauf des an Gßtersloh grenzenden Dalke-Bachs folgt streckenweise solchen Drumlins.cite-ref-6[6] Verl eignet sich gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte).cite-ref-7[7]
Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets
Die grĂśĂte Ausdehnung der Stadtfläche in Nord-SĂźd-Richtung beträgt etwa 11 km und in Ost-West-Richtung etwa 10 km.
Die Gesamtfläche der Stadt Verl umfasst eine Fläche von 71,37 km². Mit 65 % besteht der ßberwiegende Teil aus landwirtschaftlich genutzten Flächen, gefolgt von Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche mit 10,5 %. Mit einem Wald- bzw. GehÜlzanteil von 8,9 % ist das Gebiet im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen, welches einen Waldanteil von 27 % hat, eher waldarm.cite-ref-3-8-0[8]
Die folgende Tabelle zeigt die detaillierte Flächennutzung:
| Nutzungsart | Nutzungsart | Nutzungsart | Fläche in ha | Prozentualer Anteil |
|---|---|---|---|---|
| Fläche insgesamt | Fläche insgesamt | Fläche insgesamt | 7137 | 100 % |
| | Fläche fßr Siedlung und Verkehr | Fläche fßr Siedlung und Verkehr | 1602 | 22,4 % |
| | | Wohnbau-, Industrie- und Gewerbefläche | 751 | 10,5 % |
| | | Abbauland 1) und Halde | 0 | 0 |
| | | Sport-, Freizeit- und Erholungsgebiete, Friedhofsfläche | 102 | 1,4 % |
| | | Flächen anderer Nutzung 2) | 378 | 5,3 % |
| | | Verkehrsfläche | 371 | 5,2 % |
| | Vegetations- und Gewässerfläche | Vegetations- und Gewässerfläche | 5534 | 77,5 % |
| | | Landwirtschaftsfläche | 4640 | 65,0 % |
| | | Waldfläche, GehÜlz | 635 | 8,9 % |
| | | Moor, Heide, Sumpf, Unland | 179 | 2,5 % |
| | | Gewässer | 80 | 1,1 % |
| 1) umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch; 2) umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022 [ 8 ] | 1) umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch; 2) umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022 [ 8 ] | 1) umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch; 2) umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022 [ 8 ] | 1) umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch; 2) umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022 [ 8 ] | 1) umfasst folgende Flächen: Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch; 2) umfasst folgende Flächen: Fläche gemischter Nutzung sowie Fläche besonderer funktionaler Prägung; Quelle: Statistisches Landesamt NRW; Stand 31.12.2022 [ 8 ] |
Nachbargemeinden
Im Norden grenzt Verl an die kreisfreie Stadt Bielefeld. Im Osten liegen die Stadt SchloĂ Holte-Stukenbrock und sĂźdĂśstlich die Gemeinde HĂśvelhof. Im SĂźden befinden sich die Stadt DelbrĂźck, im SĂźdwesten die Stadt Rietberg und im Westen die Kreisstadt GĂźtersloh.
HĂśvelhof und DelbrĂźck gehĂśren dem Kreis Paderborn an, SchloĂ Holte-Stukenbrock, Rietberg und GĂźtersloh dem Kreis GĂźtersloh.
Stadtgliederung
Das aktuelle Stadtgebiet besteht seit der kommunalen Neugliederung und gliedert sich in fĂźnf Ortsteile.cite-ref-0-9-0[9] Die genannte Gliederung wird nicht von der Hauptsatzung Verls geregelt; sie unterscheidet keine einzelnen Ortsteile. Daher existieren auch keine offiziellen Grenzen der einzelnen Ortsteile zueinander.
âDie am 01.01.1970 durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises WiedenbrĂźck und von Teilen des Kreises Bielefeld vom 04.12.1969 (GV NW S. 772) gebildete Gemeinde Verl, seit 01.01.2010 Stadt Verl, besteht aus den frĂźheren Gemeinden Verl (mit Ausnahme des Gebietes um die Autobahnauffahrt), Bornholte, Ăsterwiehe (mit Ausnahme der sogenannten "Union"), dem westlichen Teil der Gemeinde Sende, Teilen der Gemeinde SchloĂ Holte und Teilen der Gemeinde Varensell.â
â§ 1.1 der Hauptsatzungâ
â
Rat der Stadt Verl
:
Website der Stadt Verl
Die Stadt besteht aus den drei Altgemeinden Bornholte, Ăsterwiehe und Verl mit genauen Grenzen sowie dem westlichen Teil der ehemaligen Gemeinde Sende, der ebenfalls klar zu definieren ist. Teile von SĂźrenheide und der heute als "Verl-West oder Verl-EiserstraĂe" bezeichnete Teil gehĂśrte vorher zu Varensell. Ăsterwiehe wird inzwischen Kaunitz zugesprochen, sowie âVerl-Westâ der Kernstadt. Dadurch ergeben sich fĂźnf Ortsteile.cite-ref-0-9-1[9] Die Karte zeigt die Ortsteile anhand historischer Grenzen.
Die Einwohner verteilen sich wie folgt auf die Ortsteile.cite-ref-1-11-0[11]
| Ortsteil | Einwohnerstand | Einwohnerstand | Veränderung 2011 bis 2020 | Veränderung 2011 bis 2020 |
|---|---|---|---|---|
| Ortsteil | 2011 | 2020 | absolut | relativ |
| Bornholte | 2.420 | 2.528 | 108 | 4,5 % |
| Kaunitz | 3.827 | 3.899 | 72 | 1,9 % |
| Sende | 1.275 | 1.279 | 4 | 0,3 % |
| SĂźrenheide | 4.765 | 4.746 | â19 | â0,4 % |
| Verl (Kernstadt) | 12.991 | 13.452 | 461 | 3,5 % |
| Gesamt | 25.278 | 25.904 | 626 | 2,5 % |
Klima
Verl gehĂśrt der gemäĂigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäĂig warm. Dieser Einfluss fĂźhrt zu einer mittel bis relativ gedämpften Jahrestemperaturamplitude von etwa 16 °C. Die Niederschlagssumme beträgt im langjährigen Mittel etwa 770 bis 830 mm. Die minimalen Niederschlagssummen sind im März (40â50 mm) und die maximalen im Juli und August (80â90 mm) zu verzeichnen. Die Stadt liegt in einer Talnebelzone mit häufig auftretendem Strahlungsnebel an 70 bis 100 Tagen im Jahr.
Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe
Die folgenden Tabellen zeigen die charakteristischen Klimadaten der Stadt Verl, gemessen in einem 30-jährigen Zeitraum:cite-ref-12[12]
| Lufttemperatur (langjähriges Mittel) | Lufttemperatur (langjähriges Mittel) | Lufttemperatur (langjähriges Mittel) | Lufttemperatur | Lufttemperatur | Windgeschwindigkeit 1,5 m/s (mittlere Häufigkeit) |
|---|---|---|---|---|---|
| ßber das Jahr | im Januar | im Juli | absolutes Max. | absolutes Min. | Windgeschwindigkeit 1,5 m/s (mittlere Häufigkeit) |
| 9â9,5 °C | 1â2 °C | 17â18 °C | 36,0 °C | â22,8 °C | 20â25 % |
| HeiĂe Tage (Max. > 30 °C) | Sommertage (Max. > 25 °C) | Frosttage (Min. < 0 °C) | Eistage (Max. < 0 °C) | Nebeltage | Niederschlagssumme (jährliches Mittel) |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 Tage / Jahr | 29 Tage / Jahr | 57 Tage / Jahr | 14 Tage / Jahr | 70â100 / Jahr | etwa 770â830 mm |
Geschichte
Erste Erwähnung und die Bedeutung des Namens
Die erste urkundliche Erwähnung eines Hofes aus den Bauerschaften des Verler Landes liegt im Jahr 1088 als Hofstelle Krax (crackashardt = Krähenwald) vor. Sie ist in der âHerzebrocker Heberolleâ erwähnt, die sich im Staatsarchiv OsnabrĂźck befindet. In einer weiteren Urkunde im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen in MĂźnster aus dem Jahr 1153 werden vom Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede die HĂśfe Ebbinghaus (âebbekenhusenâ) und Liemke (âlindbikeâ) bezeugt.cite-ref-14[14]
Der Name Verl wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. In einer Urkunde im Staatsarchiv MĂźnster aus dem Jahre 1264 erscheint er mit der Erwähnung eines âHenricus de Verloâ. Zu diesem Namen existieren zwei Deutungen. Zum einen die Deutung als âvier Wälderâ und zum anderen wird âder weit weg liegende (âverâ) Wald (âloâ)â im Sinne von âabseits gelegenâ oder âabgelegenâ vorgeschlagen.
1350 wird ebenfalls in einer Urkunde im Staatsarchiv MĂźnster der Meierhof von Verl belegt. In der Urkunde heiĂt es: âcuria dicta Verlo in parochia Nygenkerken prope Rethbergeâ â âein Haupthof namens Verlo in der Pfarrei Neuenkirchen nahe bei Rietbergâ. Im Jahre 1370 ist in einer weiteren Urkunde die Rede von der MĂźhle und den âvier Häusernâ zu Verl.
Neuzeit und Reformation
Die Grafschaft Rietberg bildete sich 1237 als eigenständige Landesherrschaft heraus. Zu ihrem Gebiet gehĂśrten Bornholte, Sende, Ăsterwiehe, Liemke sowie die Bauerschaft GĂźtersloh, die spätere Bauerschaft Verl.
Im Jahr 1512 wurde in der Bauerschaft Verl eine Kapelle erbaut. Diese wurde um 1577 zur Pfarrkirche erhoben und bildete seitdem den Mittelpunkt des aus den Bauerschaften Verl, Sende und Bornholte bestehenden Kirchspiels Verl.
Der heutige Ăźberwiegend katholische BevĂślkerungsanteil liegt in der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Rietberg begrĂźndet. Das Grafenhaus war katholisch und die Einwohner hatten dem Glaubensbekenntnis der Landesherrschaft zu folgen (Cuius regio, eius religio). Die Reformation wurde 1537 nur vorĂźbergehend, aufgrund einer Lehensabhängigkeit des Rietberger Grafenhauses von Hessen, eingefĂźhrt. Im Jahre 1610 kehrten die Grafenfamilie und mit ihr die Untertanen wieder zum katholischen Glauben zurĂźck. Dies zeigt Wirkung bis heute, obwohl sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit den FlĂźchtlingen und Vertriebenen in grĂśĂerer Zahl evangelische Gläubige im damaligen Amt Verl ansiedelten.
In den ersten Jahren des DreiĂigjährigen Krieges gingen die schlimmsten Ereignisse am Verler Land vorbei. Auch die in dieser Zeit weitverbreitete Pest verschonte weitestgehend die Verler BevĂślkerung. Erst 1635 zogen lĂźneburgische Truppen, welche den Winter in Bielefeld verbrachten, plĂźndernd durch das Land. Sie rĂźckten auf der Suche nach Proviant in Richtung Rietberg vor und erbeuteten vor allem KĂźhe und Korn. Alles, was nicht geraubt wurde, wurde vernichtet. 1644 zogen hessische und drei Jahre später schwedische Soldaten erneut plĂźndernd durch das Land.cite-ref-ms-1000-jahr-15-0[15] Nach dem Ende des Krieges 1648 konnte aufgrund allgegenwärtiger Not nur mĂźhsam mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Im Jahre 1676 breitete sich die Rote Ruhr im Verler Land aus. Mehr als 125 Personen fielen ihr zum Opfer.
Am 6. September 1746 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche in Kaunitz (damals Neu-Kaunitz); sie sollte die Keimzelle des Dorfes bilden. Sie wurde auf Veranlassung des Landesherrn Graf Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg und seiner Frau Maria Ernestine auf dem Grenzgebiet zwischen Ăsterwiehe und Liemke â âder Mayburgâ â errichtet. Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg veranlasste 1792 den Bau der St.-Anna-Kirche. Die klassizistische Hallenkirche ersetzte die dort 1512 errichtete Kapelle und wurde 1801 fertiggestellt.
Unter dem letzten FĂźrsten von Kaunitz verlor die Grafschaft Rietberg, zu der Verl seit dem 13. Jahrhundert gehĂśrte, ihre Selbständigkeit, als sie im Jahr 1807 dem von Napoleon I. neu gebildeten KĂśnigreich Westphalen zugeschlagen wurde. Aus der Grafschaft wurden zwei Verwaltungsbezirke, die beiden Kantone Rietberg und Neuenkirchen, gebildet. Beide gehĂśrten zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda. Verl wurde dem Kanton Neuenkirchen zugeteilt. Nach dem Wiener Kongress gelangte das Gebiet 1815 an PreuĂen und wurde 1816 in den neu gegrĂźndeten Kreis WiedenbrĂźck eingegliedert. 1822 verkaufte FĂźrst Alois von Kaunitz die GrafschaftsgĂźter an den Rittergutsbesitzer Friedrich Ludwig Tenge zu Niederbarkhausen.
1848 veranlasste groĂe Not die Verler Bauern dazu, vor ihren Gutsherren Friedrich Ludwig Tenge nach Barkhausen zu ziehen, um eine Minderung der von ihm geforderten Abgaben zu erwirken. Zu den Verler Bauern gesellten sich Männer aus der Grafschaft Rietberg und dem Amt DelbrĂźck. Insgesamt zogen wohl 4000 Mann nach Barkenhausen.cite-ref-ag-verl-unsere-gemeinde-17-0[17] Das Verler Land war zu dieser Zeit fĂźr seine Armut bekannt. Dies zeigte sich unter anderem dadurch, dass noch im Jahre 1856 Hungertyphus auftrat.
GrĂźnderzeit und Industrialisierung
Ab 1850 begrĂźndeten neu geregelte Besitzverhältnisse, neue Verfahren und Hilfsmittel sowie eine gezielte staatliche FĂśrderung den Aufschwung der Landwirtschaft und der damit verbundenen Gewerbe im Amt Verl. Voraussetzung dieses Aufschwungs war der Bau der StraĂen nach Bielefeld, GĂźtersloh, Neuenkirchen sowie nach Kaunitz und weiter nach HĂśvelhof. Diese BaumaĂnahmen begannen im Jahre 1854 und wurden erst 1890 vollendet. Von 1901 bis 1902 errichtete die Teutoburger-Wald-Eisenbahn-Gesellschaft (TWE) die Eisenbahnstrecke GĂźterslohâVerlâKaunitzâHĂśvelhof. Diese wurde am 18. April 1903 erĂśffnet. Mit der Aufnahme des Betriebs am Folgetag erhielt Verl einen unmittelbaren Anschluss an die wirtschaftlich wichtige Bahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover. Das Amt Verl fĂśrderte den Bau der Eisenbahn, indem es die Kosten des Grunderwerbs innerhalb sämtlicher Gemeinden des Amtes Verls und der Gemeinden Spexard und HĂśvelhof trug. Dies war fĂźr die damalige Zeit eine beachtliche WirtschaftsfĂśrderung. Die StraĂen und der Bahnverkehr erleichterten es den Verler Einwohnern, die in den Nachbarstädten entstandenen ArbeitsmĂśglichkeiten zu nutzen. Auch der Absatz von landwirtschaftlichen Produkten wurde so gefĂśrdert.
Zwischen 1907 und 1909 wurde das Verler Krankenhaus erbaut. Errichtet wurde es durch den Verler Domkapitular Ferdinand KĂźhlmann. Zu dieser Zeit lebten insgesamt 9811 Einwohner (Stand 1910) im Verler Land; davon 1844 in Verl, 1765 in Bornholte, 2410 in Sende und 2492 in Liemke.
Ab 1908 wurden in Verl insgesamt vier AuĂenstellen des Strafgefangenenlager Oberems eingerichtet. Das erste Lager befand sich an der heutige Adresse âDalkeweg 27â im heutigen SĂźrenheide. Vermutlich ab 1922 wurde in Bornholte (heute Paderborner StraĂe 185) ein weiteres Lager eingerichtet. 1933 kamen mit Sende (heute Im Bruch 31) und Sende-SĂźd (heute Am Ălbach 283) zwei weitere Lager auf dem heutigen Gemeindegebiet dazu.cite-ref-18[18]
1911 hatten bereits viele Häuser im Dorf Verl elektrischen Strom. Erzeugt wurde dieser durch die Westfälische Holzindustrie, welche ihren Betrieb am Standort der heutigen Post im Ortszentrum hatte. Nachdem dieser 1922 abgebrannt war, begann der allgemeine Netzausbau. Zwischen 1927 und 1929 fand der Ausbau von Stromnetzen auch in den Gemeinden Bornholte, Sende, Liemke und Ăsterwiehe statt. 1938 wurden fĂźr das Amt und dessen Gemeinden Wappen eingefĂźhrt und die Autobahn KĂślnâHannover fertiggestellt, die auch durch Verl fĂźhrt.
Erster Weltkrieg
Die ersten acht Männer aus Verl erhielten am 31. Juli 1914 den Gestellungsbefehl.cite-ref-nw-ewk-19-0[19] Dem Ersten Weltkrieg fielen aus dem Amtsbezirk Verl mehr als 350 BĂźrger zum Opfer.cite-ref-nw-ewk-19-1[19] Zudem kam es durch den Krieg zu einer wirtschaftlichen Notlage im Verler Land. Der wirtschaftliche Aufschwung aus der GrĂźnderzeit kam zum Erliegen.cite-ref-ag-verl-unsere-gemeinde-17-1[17]cite-ref-mm-verl-entdecken-20-0[20] Die Verler SchĂźtzenhalle wurde ab 1915 eine AuĂenstelle des Kriegsgefangenenlager Sennelager fĂźr 80 Gefangene.cite-ref-nw-ewk-19-2[19] Im Ortszentrum wurde 1923 ein Ehrenmal fĂźr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Das Ehrenmal befindet sich auf dem ehemaligen Dorffriedhof und hat die Form eines Obelisken.
Zeit des Nationalsozialismus
Bei der Reichstagswahl im September 1930 und 1932 erhielt die NSDAP nur relativ wenige Stimmen. Die Zentrumspartei erhielt im Schnitt rund 66 % der Stimmen. Kurz nach der Machtergreifung wurde der Ehrenplatz im Ortskern von Verl in âHindenburg-Hitler-Platzâ umbenannt. Er behielt diesen Namen bis zum Ende der NS-Zeit.cite-ref-ag-verl-unsere-gemeinde-17-2[17] Wie Ăźberall in Deutschland kam es auch in Verl während des Nationalsozialismus zu systematischer Ausgrenzung und Deportation der jĂźdischen Einwohner: Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Haus der Verler Familie Hope verwĂźstet. Die meisten FamilienangehĂśrigen wurden ab 1941 schlieĂlich in den Konzentrationslagern Auschwitz, Theresienstadt und im Ghetto Minsk ermordet.
Siehe auch
:
Liste der Stolpersteine in Verl
Der Familie Wissbrun aus Kaunitz gelang es dagegen, 1937 in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Vorausgegangen war die mehrmonatige Inhaftierung Oskar Wissbruns aufgrund angeblich abfälliger Bemerkungen ßber das NS-Regime.cite-ref-21[21]
Neben den bereits seit 1908 bzw. 1922 bestehenden zwei Standorten wurden 1938 in Verl-Sende zwei zusätzliche Stellen des Strafgefangenenlagers Oberems als âbesondere Vollzugsanstaltenâ errichtet.cite-ref-22[22] In Verl misshandelten Wärter mehrere Gefangene so schwer, dass diese starben.cite-ref-23[23]
Das eigentliche Kriegsgeschehen wirkte sich nur wenig auf Verl aus. Die Einwohner blieben bis auf wenige BombenabwĂźrfe weitgehend verschont. Dennoch starben 550 Verler BĂźrger.cite-ref-mm-verl-entdecken-20-1[20] Am 1. April 1945 erreichten US-Truppen das Amt und brachten ihm das Ende des Krieges und der NS-Zeit. Sie befreiten bei Kaunitz circa 800â900 jĂźdische Zwangsarbeiterinnen, die von den Lippstädter AuĂenstellen des KZ Buchenwald zum KZ Bergen-Belsen marschieren sollten. In der Folgezeit wurde fĂźr sie das Displaced Persons Assembly Center Kaunitz eingerichtet, welches anfangs auch fĂźr befreite Gefangene und Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Stammlager VI K (326) genutzt wurde. Bis zu 1200 Menschen fanden so zeitweise Zuflucht im DP-Lager.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]
Nachkriegszeit bis heute
Da nach dem Krieg zahlreiche Vertriebene und FlĂźchtlinge aus den Ostprovinzen des ehemaligen Deutschen Reiches in Verl ansässig geworden waren, wurde an der Paul-Gerhardt-StraĂe 1951 die evangelische ErlĂśserkirche errichtet. Im Ortsteil SĂźrenheide entstand aus dem gleichen Grund zwei Jahre später die katholische Kirche St. Judas Thaddäus. Im Jahre 1960 hatten sich insgesamt 3.448 weitere NeubĂźrger aus den Ostgebieten im Amt Verl angesiedelt. Diese geht aus einer Erhebung aus demselben Jahr hervor.cite-ref-mm-verl-entdecken-20-2[20] Zur Behebung der Wohnungsnot der Heimatvertriebenen entstanden besonders in SĂźrenheide â aufgrund des preisgĂźnstigen Baulandes â neue Siedlungen.
In Kaunitz fĂźhrte das Zusammenleben der befreiten jĂźdischen Zwangsarbeiterinnen und der anderen Dorfbewohner in den Jahren nach Kriegsende indes zu Spannungen. Mehr als die Hälfte der Häuser war von Einquartierungen betroffen, wodurch es zu Konflikten mit der einheimischen BevĂślkerung kam. FĂźr die jĂźdischen DPs wurden in Kaunitz durch die Jewish Relief Unit und das Lagerkomitee AusbildungsmĂśglichkeiten sowie Sprachkurse, Kultur- und Sportveranstaltungencite-ref-26[26] geschaffen. Nach und nach verlieĂen in den Folgejahren die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen das Lager in Richtung USA, Kanada, Australien und Israel. Zum Ende des Jahres 1949 wurden das DP-Lager offiziell aufgelĂśst.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]
1964 wurde die zum Amt Verl gehĂśrende Gemeinde Liemke in das heutige SchloĂ Holte umbenannt. Am 31. Dezember 1969 wurde das Amt Verl infolge der Neugliederung des Kreises WiedenbrĂźck aufgelĂśst. Durch die kommunale Neugliederung mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises WiedenbrĂźck und von Teilen des Kreises Bielefeld am 1. Januar 1970 ging das damalige Amt Verl mit den vormals eigenständigen Gemeinden Verl, Bornholte und Ăsterwiehe sowie Teilen von Sende und Liemke in der Gemeinde Verl auf.cite-ref-30[30] 1978 stellte die Teutoburger-Wald-Eisenbahn aufgrund der wachsenden Zahl an privaten Kraftwagen den Personenzugverkehr auf der Strecke GĂźterslohâVerlâKaunitzâHĂśvelhof ein. Das Bahnhofsgebäude in Verl wurde verkauft und wird heute als Restaurant und Lagerhalle genutzt. Nach fast dreijähriger Renovierung wurde am 1. September 1986 das Heimathaus erĂśffnet. Zum Jahresende 1988 wurde das Verler Krankenhaus, trotz des Widerstandes der BevĂślkerung, vom Land Nordrhein-Westfalen geschlossen und in ein Altenpflegeheim (St.-Anna-Haus) umgewandelt. Nach dem Fall der Mauer schloss Verl 1990 eine Städtefreundschaft mit der Stadt Annaburg in Sachsen-Anhalt. 1999 erĂśffnete die Gemeinde ihre Bibliothek und ging im selben Jahr mit der Stadt Delphos, Ohio, in den Vereinigten Staaten eine Städtepartnerschaft ein (Hauptartikel: Städtepartnerschaft VerlâDelphos).
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Kaunitz an der Strecke IbbenbĂźrenâHĂśvelhof wurde 2003 nach dessen Renovierung als Dorfgemeinschaftshaus wieder erĂśffnet. Von 2006 bis 2007 wurde das Rathaus der Stadt umgebaut und erweitert. Den Kern des neuen Rathauses bildet das Amtshaus aus dem Jahre 1885. Am 11. November 2008 beschloss die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Verl mit Wirkung zum 1. Januar 2010 zu einer mittleren kreisangehĂśrige Stadt zu erheben.cite-ref-31[31]
2020 traf die Stadt die Corona-Pandemie in besonderer Weise, denn am 21. Juni des Jahres wurde, nachdem zahlreiche Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Unternehmens TĂśnnies positiv auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet worden waren, im Ortsteil SĂźrenheide eine Quarantänezone eingerichtet. In den betroffenen StraĂenzĂźgen wohnen insgesamt 668 Menschen. Davon waren etwa 250 TĂśnnies-Beschäftigte; Ăźber 100 waren mit Stand 21. Juni nachweislich infiziert.cite-ref-32[32]
Eingemeindungen
Von 1816 bis zum 31. Dezember 1972 gehÜrte Verl dem Kreis Wiedenbrßck an. Der Kreis ging 1973 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im neu gegrßndeten Kreis Gßtersloh auf.cite-ref-33[33]
Die kommunale Neuordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, fßr die 1965 eine Sachverständigenkommission eingerichtet wurde, wurde damit begrßndet, dass durch den Abbau von Kleinstverwaltungen und Zweckverbänden der kommunale Leistungsstand verbessert werden kÜnnte.
FĂźr das damalige Amt Verl mit den Gemeinden Verl, Bornholte, Sende, Ăsterwiehe und SchloĂ Holte schlug der Oberkreisdirektor die Bildung von zwei neuen GroĂgemeinden vor:
⢠eine Gemeinde Verl mit Verl, Bornholte, Ăsterwiehe (mit dem Dorf Kaunitz und dem daran angrenzenden Gebietsteil SchloĂ Holtes) und dem westlichen Teil Sendes (ohne Eckardtsheim),
⢠eine Gemeinde Schloà Holte mit Schloà Holte (ohne den an Kaunitz grenzenden Gebietsteil) und dem Üstlichen Teil Sendes.
Dies entspräche der geographischen und siedlungsmäĂigen Zweiteilung des Raumes, die durch die kulturellen und persĂśnlichen Beziehungen der BevĂślkerung beider Gebiete verstärkt wĂźrde, und den kirchlichen Beziehungen, wie sie die Grenzen der Pfarrbezirke zeigten.
Das Innenministerium des Landes griff den Vorschlag auf. Mit dem Inkrafttreten der kommunalen Neuordnung durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises WiedenbrĂźck und von Teilen des Kreises Bielefeld vom 4. Dezember 1969 entstand am 1. Januar 1970 die neue Gemeinde Verl.
Sie besteht aus der ehemaligen Gemeinde Verl (mit Ausnahme des Gebietes um die Autobahnauffahrt), der ehemaligen Gemeinde Bornholte, dem westlichen Teil der ehemaligen Gemeinde Sende (ohne Eckardtsheim), der ehemaligen Gemeinde Ăsterwiehe (mit Ausnahme des sĂźdwestlichen Endes) und dem sĂźdĂśstlichen Teil der ehemaligen Gemeinde SchloĂ Holte. AuĂerdem wurden aus der ehemaligen Gemeinde Varensell (Rietberg) die Gebiete âBahnhofâ und âEiserstraĂeâ angegliedert.cite-ref-34[34]
Zum 1. Januar 1973 wurde Verl im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes dem Kreis GĂźtersloh angegliedert.cite-ref-bielefeld-gesetz-35-0[35]
Einwohnerstatistik
Durch die kommunale Neuordnung wurden die bevÜlkerungsreicheren Teile von Sende und Liemke aus dem Amt ausgegliedert und gingen in der Gemeinde Schloà Holte-Stukenbrock oder in der Stadt Bielefeld auf.cite-ref-bielefeld-gesetz-35-1[35] Im Vergleich zum ehemaligen Amt Verl verlor so die neugebildete Gemeinde knapp ein Drittel der Fläche und dadurch auch einen Teil der BevÜlkerung.
Die folgenden Tabellen zeigen den BevÜlkerungsstand des Amtes Verl und der Gemeinde/Stadt Verl sowie den BevÜlkerungsstand der Gemeinde/Stadt Verl nach Altersgruppen fßr 2004 und eine Prognose fßr 2020. Bei den Zahlen handelt es sich ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesbetriebs Information und Technik NRW, Geschäftsbereich Statistik.cite-ref-landesdatenbank-36-0[36] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Angabe fßr 1987 ist ein Volkszählungsergebniscite-ref-einwohner1987-37-0[37] und ab 1990 folgen Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1985 auf die BevÜlkerung am Ort der Hauptwohnung. Die neusten Daten in NRW werden jetzt ßber den Landesbetrieb IT.NRW bekanntgegeben.cite-ref-38[38]
Religion
Die drei katholischen Gemeinden Sankt Maria Immaculata in Kaunitz, Sankt Judas Thaddäus in Sßrenheide und Sankt Anna in Verl haben sich am 1. Januar 2001 zu einem gemeinsamen Pastoralverbund zusammengeschlossen. Der Pastoralverbund gehÜrt dem Dekanat Rietberg-Wiedenbrßck im Erzbistum Paderborn an. Die evangelische Kirche ist mit der ErlÜserkirche in Verl vertreten. Sie gehÜrt zum Kirchenkreis Gßtersloh innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Gemäà der Volkszählung 2011 waren 55,6 % rÜmisch-katholisch, 19,3 % der Einwohner evangelisch und 25,1 waren konfessionslos, gehÜrten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.cite-ref-44[44] Der Anteil der Protestanten und vor allem die der Katholiken an der GesamtbevÜlkerung ist seitdem gesunken und derzeit gehÜrt weniger als die Hälfte der BevÜlkerung der rÜmisch-katholischen Kirche an. Mit Stand 1. Januar 2025 waren von den Einwohnern 40 % katholisch, 15 % evangelisch und 45 % gehÜrten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.cite-ref-45[45]
Zurzeit leben in Verl mehr als 120 aramäische Familien, die als Christen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien angehĂśren. Der Kreis GĂźtersloh zählt mit den Nachbarstädten Verls (GĂźtersloh,cite-ref-46[46] Rheda-WiedenbrĂźck und Rietberg) zu den Hochburgen der Aramäer in Deutschland. Je nach Quelle leben ein Achtel bis ein FĂźnftel der deutschen Aramäer im Kreis (Stand 2007). Muslimen steht mit der Mevlana Camii ein Gebetshaus zur VerfĂźgung. Daneben gibt es noch die Christen-BrĂźder-Gemeinde Verl. AuĂerdem gibt es in Verl eine neuapostolische Kirche und ein baptistisches Gebetshaus.
Siehe auch
:
Abschnitt âReligionâ in Ostwestfalen-Lippe
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fßnf Parteien. Hinzu kommt der Bßrgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Sitzverteilung im Rat und die Wahlergebnisse seit 1975:
| | CDU | CDU | SPD | SPD | FDP | FDP | FWG | FWG | Ăśdp | Ăśdp | GrĂźne | GrĂźne | Gesamt 1 | Gesamt 1 | Wahl- beteiligung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wahlperiode | % | | % | | % | | % | | % | | % | | % | | % |
| 1975â1979 | 68,17 | 27 | 25,62 | 10 | 6,21 | 2 | â | â | â | â | â | â | 100 | 39 | 88,95 |
| 1979â1984 | 66,24 | 27 | 30,00 | 12 | 3,76 | 0 | â | â | â | â | â | â | 100 | 39 | 72,59 |
| 1984â1989 | 63,63 | 26 | 31,96 | 13 | 4,41 | 0 | â | â | â | â | â | â | 100 | 39 | 69,55 |
| 1989â1994 | 52,04 | 23 | 28,00 | 12 | 3,81 | 0 | 11,28 | 4 | â | â | 0 4,87 | 0 | 100 | 39 | 70,72 |
| 1994â1999 | 58,53 | 23 | 30,84 | 12 | â | â | 10,63 | 4 | â | â | â | â | 100 | 39 | 83,68 |
| 1999â2004 | 67,79 | 26 | 23,01 | 0 9 | 1,90 | 0 | 0 7,30 | 3 | â | â | â | â | 100 | 38 | 56,52 |
| 2004â2009 | 61,17 | 23 | 24,96 | 0 9 | 4,48 | 2 | 0 6,80 | 3 | 2,60 | 1 | â | â | 100 | 38 | 57,64 |
| 2009â2014 | 58,37 | 22 | 26,47 | 10 | 8,24 | 3 | 0 4,19 | 2 | 2,73 | 1 | â | â | 100 | 38 | 56,02 |
| 2014â2020 | 56,86 | 22 | 23,48 | 0 9 | 3,71 | 1 | 0 5,22 | 2 | â | â | 10,74 | 4 | 100 | 38 | 50,62 |
| 2020â2025 | 58,06 | 22 | 14,27 | 0 5 | 4,80 | 2 | 0 7,37 | 3 | â | â | 15,50 | 6 | 100 | 38 | 57,44 |
| 2025â2030 | 56,30 | 22 | 13,41 | 0 5 | 5,49 | 2 | 0 11,54 | 4 | â | â | 13,26 | 5 | 100 | 38 | 56,09 |
| Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] | Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW; [ 47 ] Landesbetrieb Information und Technik NRW [ 48 ] |
1ohne BerĂźcksichtigung von Rundungsdifferenzen
Stadtratswahl 2025
%
60
50
40
30
20
10
0
56,30
13,41
13,26
11,54
5,49
CDU
SPD
GrĂźne
FWG
FDP
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
%p
6
4
2
0
â2
â4
â1,76
â0,86
â2,24
+4,17
+0,69
CDU
SPD
GrĂźne
FWG
FDP
Verl galt bis 2014 als die grĂśĂte Stadt im Westen Deutschlands, in deren Stadtrat BĂźndnis 90/Die GrĂźnen nicht vertreten waren. Bei den Kommunalwahlen erzielte die Partei, die erst am 15. Februar 2014 in Verl einen Ortsverband gegrĂźndet hatte,cite-ref-49[49] aus dem Stand einen Stimmenanteil von 10,74 % und bildet mit 4 Ratsmitgliedern die drittstärkste Fraktion.cite-ref-50[50]
BĂźrgermeister
Nach der kommunalen Neugliederung wurde aus dem Amts- der Gemeindedirektor als Leiter der Verwaltung und Vertreter der Gemeinde, mit dem ehrenamtlichen BĂźrgermeister als Vorsitzendem des Gemeinderates an seiner Seite. Diese sogenannte kommunale Doppelspitze gibt es seit 1999 in Nordrhein-Westfalen nicht mehr. Nun ist der BĂźrgermeister Leiter der Verwaltung und gleichzeitig Vorsitzender des Rates.
Bei der Kommunalwahl im Jahr 1999 wurde Klaus HÜrsting (CDU) mit 76,7 % der Stimmen zum Bßrgermeister gewählt. Sein Nachfolger wurde Paul Hermreck (CDU). Er erlangte 58,0 % der Stimmen bei der Kommunalwahl 2004.cite-ref-51[51] Auch bei der Kommunalwahl 2009 konnte Hermreck die Mehrheit erlangen und wurde mit 64,76 % der Stimmen wiedergewählt. Sein einziger Gegenkandidat Peter Heethey (SPD) kam auf 35,24 %.cite-ref-52[52]
Bei der Bßrgermeisterwahl am 13. September 2015 kandidierte Paul Hermreck nach einem Zerwßrfnis mit der CDU als unabhängiger Bewerber gegen den von der CDU aufgestellten Bßrgermeister der Stadt Hemer Michael Esken und Peter Heethey (SPD). Da keiner der Kandidaten bei der Wahl eine absolute Mehrheit erreichte, fand am 27. September 2015 eine Stichwahl zwischen Paul Hermreck und Michael Esken statt, aus der Esken als Sieger mit 55,5 Prozent der Stimmen hervorging.cite-ref-53[53] Bei der Bßrgermeisterwahl am 13. September 2020 kandidierte Michael Esken (CDU) erneut. Bei dieser Wahl war Dieter Fleiter fßr die SPD angetreten. Michael Esken wurde mit 82,43 Prozent der Stimmen wiedergewählt.cite-ref-54[54]
Bei der vorgezogenen Bßrgermeisterwahl am 21. Januar 2024, die aufgrund des Wechsels vom bisherigen Bßrgermeister zur Gemeindeprßfungsanstalt Nordrhein-Westfalen notwendig wurde, wurde mit 66,37 % Robin RieksneuwÜhner von der CDU zum Bßrgermeister gewählt.cite-ref-55[55] Er trat gegen Jan BÜttcher an, der von einem Parteibßndnis aus Bßndnis 90/Die Grßnen, der SPD und der FWG als Kandidat aufgestellt wurde.cite-ref-56[56] Die Amtszeit des Bßrgermeisters läuft ßber die Kommunalwahl 2025 hinaus bis 2030.
| Amtszeit | Bezeichnung | Name |
|---|---|---|
| 1961â1985 | Amtsdirektor / Gemeindedirektor (ab 1970) | Hans-Georg Klose |
| 1985â2004 | Gemeindedirektor / BĂźrgermeister (ab 1999) | Klaus HĂśrsting (CDU) |
| 2004â2015 | BĂźrgermeister | Paul Hermreck (CDU) |
| 21. Oktober 2015 â 15. September 2023 [ 57 ] | BĂźrgermeister | Michael Esken (CDU) |
| seit 1. Februar 2024 | BĂźrgermeister | Robin RieksneuwĂśhner (CDU) |
| Amtszeit | Bezeichnung | Name |
|---|---|---|
| 1956â1971 | ehrenamtlicher BĂźrgermeister | Hermann Dreismann, CDU |
| 1971â1975 | ehrenamtlicher BĂźrgermeister | Hubert Hermwille, CDU |
| 1975â2013 | ehrenamtlicher BĂźrgermeister | Josef Lakämper, CDU |
Quelle: Archiv der Gemeinde Verl, Stand: 5. März 2009
Wahlergebnisse
Landtagswahl
Verl gehÜrt gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Langenberg, Rheda-Wiedenbrßck, Rietberg und Schloà Holte-Stukenbrock zum Landtagswahlkreis Gßtersloh III.
Bei der Landtagswahl am 14. Mai 2017 hat das Direktmandat des Wahlkreises AndrĂŠ Kuper (CDU) mit 56,18 % der Stimmen aus Verlcite-ref-58[58] erhalten. Mit 53,19 % konnte er bei der Landtagswahl 2022 erneut das Direktmandat holen.cite-ref-59[59]
| Parteien und Wählergemeinschaften | Ergebnis 2005 [ 60 ] | Ergebnis 2010 [ 61 ] | Ergebnis 2012 [ 62 ] | Ergebnis 2017(Zweitstimmen): [ 63 ] | Ergebnis 2022 (Zweitstimmen) [ 64 ] |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 61,8 % | 53,8 % | 50,98 % | 47,25 % | 48,02 % |
| SPD | 24,9 % | 26,7 % | 29,53 % | 25,37 % | 19,00 % |
| GrĂźne | 0 3,9 % | 0 8,5 % | 0 7,65 % | 0 5,32 % | 16,31 % |
| FDP | 0 5,5 % | 0 4,8 % | 0 3,99 % | 11,50 % | 5,65 % |
| Die Linke | â | 0 3,7 % | 0 1,47 % | 0 2,62 % | 0,96 % |
| Piratenpartei | â | 0 1,5 % | 0 5,82 % | 0 0,77 % | 0,20 % |
| AfD | â | â | â | 4,85 % | 5,12 % |
| Sonstige | 0 3,9 % | 1 % , | 3,36 % | 2,31 % | 4,85 % |
Bundestagswahl
Die Stadt gehÜrt dem Bundestagswahlkreis Gßtersloh I (Wahlkreis 131) an. Er umfasst den gesamten Kreis Gßtersloh ohne die Städte Werther und Schloà Holte-Stukenbrock.
Bei der Bundestagswahl 2009 hat das Direktmandat des Wahlkreises Ralph Brinkhaus (CDU) mit 51,0 % der Stimmencite-ref-65[65] in Verl gewonnen, welches er bei der Bundestagswahl 2013 mit 50,2 % der Stimmen erneut gewinnen konnte.cite-ref-66[66] Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte Ralph Brinkhaus 56,0 % der Stimmen in Verlcite-ref-67[67] und gewann erneut den Wahlkreis. Bei der Bundestagswahl 2021 konnte er mit 47,4 % und bei der Bundestagswahl 2025 mit 48,4 % erneut den Wahlkreis fĂźr sich entscheiden.cite-ref-68[68]cite-ref-2-69-0[69]
| Parteien und Wählergemeinschaften | Ergebnisse | Ergebnisse | Ergebnisse | Ergebnisse | Ergebnisse | Ergebnisse |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2005 [ 60 ] | 2009 [ 70 ] | 2013 [ 71 ] | 2017 [ 72 ] | 2021 [ 73 ] | 2025 [ 69 ] |
| CDU | 49,7 % | 45,4 % | 54,0 % | 45,9 % | 35,6 % | 38,4 % |
| SPD | 28,8 % | 21,9 % | 23,4 % | 18,8 % | 22,5 % | 14,5 % |
| GrĂźne | 0 5,0 % | 0 7,5 % | 0 6,4 % | 0 6,8 % | 14,5 % | 11,3 % |
| FDP | 10,8 % | 16,2 % | 0 5,7 % | 13,6 % | 12,9 % | 5,0 % |
| Die Linke | â | 0 5,0 % | 0 3,8 % | 0 4,7 % | 0 2,1 % | 5,5 % |
| Piratenpartei | â | â | 0 1,7 % | â | â | â |
| AfD | â | â | 0 2,6 % | 0 7,5 % | 0 7,0 % | 18,2 % |
| BSW | â | â | â | â | â | 4,0 % |
| Sonstige | 0 5,7 % | 0 4,1 % | 0 2,4 % | 0 2,8 % | 0 3,4 % | 3,3 % |
| Zweitstimmen ergebnisse, Prozentanteile gerundet | Zweitstimmen ergebnisse, Prozentanteile gerundet | Zweitstimmen ergebnisse, Prozentanteile gerundet | Zweitstimmen ergebnisse, Prozentanteile gerundet | | | |
Wappen
Blasonierung: âIm gevierten Schild im ersten und vierten Feld in GrĂźn ein silberner (weiĂer) Eichbaum mit zwei goldenen (gelben) Eicheln, im zweiten und dritten Feld in Silber (WeiĂ) ein grĂźner Eichbaum mit goldenen (gelben) Eicheln. Ein goldener (gelber) Herzschild.â
Die Fläche des Wappenschilds ist in vier Felder unterteilt. In der Mitte des Wappens ist ein goldenes Herzschild eingelassen. Die Felder eins und vier haben einen grĂźnen Hintergrund und zeigen je einen silbernen Eichenbaum mit zwei goldenen Eicheln. Auf den Feldern zwei und drei sind grĂźne Eichenbäume mit jeweils zwei goldenen Eicheln auf silbernem Grund zu sehen. Vorbild dieses Wappens war das Wappen des ehemaligen Amtes Verl. Dessen Herzschild war jedoch mit fĂźnf grĂźnen Rauten belegt. Die vier Eichenbäume beziehen sich darauf, dass Verl âvier Wälderâ bedeuten soll. In jĂźngerer Zeit wird diese Namensdeutung jedoch in Frage gestellt. Die fĂźnf Rauten des Amtswappens versinnbildlichten die fĂźnf Gemeinden (Verl, Bornholte, Sende, Liemke und Ăsterwiehe), die dem Amt Verl angehĂśrten. Verl wollte bei der Zugrundelegung des Amtswappens zum Ausdruck bringen, dass es durch den Zusammenschluss von vier dem ehemaligen Amt angehĂśrenden Gemeinden und nicht durch Eingemeindungen gebildet wurde. Dieser Zusammenschluss wird durch das Weglassen der fĂźnf Rauten auf dem Herzschild symbolisiert.
Die folgende Galerie bietet eine Ăbersicht Ăźber das Wappen der Stadt und dessen Einbindung als Banner und Flagge. Rechts befindet sich das Wappen des ehemaligen Amtes Verl.
Logo
Seit dem Jahr 2014 fĂźhrt die Stadt Verl ein Logo, mit dem sie sich Ăśffentlich präsentiert und welches fĂźr die städtische Korrespondenz genutzt wird.cite-ref-76[76] Das Logo wurde im Rahmen eines Agenturwettbewerbs im Jahre 2013 durch die Stadt erstellen lassen.cite-ref-77[77] Dem Logo gehĂśrt ein Slogan an: âStadt Verl â Ein guter Grundâ.
Ăffentliche Haushalte
Aufgrund fortwährend hoher Gewerbesteuereinnahmen ist Verl eine der finanzstärksten Kommunen des Landes. Zum 31. Dezember 2018 betrug das Eigenkapital im Haushalt 237,8 Mio. âŹ.cite-ref-haushalt2020-78-0[78] Im Jahr 2018 betrug das Gewerbesteueraufkommen 54,5 Mio. ⏠oder 2.137 ⏠/ Einwohner (31. Dez. 2018: 25.498 Einwohner).cite-ref-haushalt2020-78-1[78] Die Stadt Verl hat den zweitniedrigsten Hebesatz fĂźr die Gewerbesteuer aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalencite-ref-79[79], er liegt bei 340 und damit um 51 unter dem Schnitt des Kreises GĂźtersloh.cite-ref-80[80] Der Hebesatz fĂźr die Grundsteuer ist mit 265 festgesetzt.cite-ref-statistikbericht-gt-2009-81-0[81]
Städtepartnerschaften und -freundschaften
Verl unterhält mit zwei Städten eine Städtepartnerschaft oder eine Städtefreundschaft:cite-ref-82[82]
Kurz nach der MauerĂśffnung im Jahre 1989 entstand eine Städtefreundschaft zwischen Verl und Annaburg in Sachsen-Anhalt. Zu Beginn gab es Kontakte zwischen dem damaligen Hegeringsvorsitzenden von Verl, Heinrich Meermeier, und seinem Pendant in Annaburg, in deren Folge sich weitere Kontakte anderer Einrichtungen und der Verwaltungen beider Kommunen anschlossen, die schlieĂlich zu dem Beschluss fĂźhrten, eine offizielle Städtefreundschaft miteinander einzugehen.
Am 2. November 1998 beschloss der Rat der Gemeinde Verl mit der Stadt Delphos (Ohio) in den USA eine Städtepartnerschaft einzugehen. Ferdinand Bredeick, Bruder des in Verl 1789 geborenen Pfarrers Johannes Otto Bredeick, grĂźndete 1845 die Stadt Delphos.cite-ref-83[83] Wegen der damals herrschenden bitteren Not verlieĂen viele Auswanderer Verl und umliegende Gemeinden und siedelten sich in Delphos und Umgebung an.cite-ref-84[84]
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Hauptartikel
:
Städtepartnerschaft VerlâDelphos
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
Theater
Verl verfßgt ßber kein eigenes Theater, jedoch wird die Aula der Gesamtschule einmal im Jahr vom Kolping-Theater Verl als solches genutzt. Ansonsten mßssen die Einrichtungen der umliegenden Städte genutzt werden. Die nächstgelegenen Theater sind das Theater Gßtersloh, das Theater Bielefeld und das Landestheater Detmold.
Museen
Seit 1986 betreibt die Stadt zusammen mit dem Heimatverein Verl e. V. das Heimathaus Verl. Dort finden neben einer Ausstellung Ăźber die Siedlungsgeschichte des Verler Landes weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Auch im Rathaus der Stadt kĂśnnen seit 2008 Kunstausstellungen besichtigt werden.
Der ehemalige GeschäftsfĂźhrer der Bielefelder Union Knopf GmbH, Manfred Dolleschel, hat 2014 das Verler Knopfmuseum gegrĂźndet. Es befindet sich in einem ehemaligen Druckereigebäude namens âHeuerlingshausâ an der Sender StraĂe.cite-ref-85[85] Die nach wie vor funktionstĂźchtigen Manufaktur-Maschinen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen aus dem franzĂśsischen Städtchen Andeville nahe Paris. Sie wurden vom Fachexperten Dolleschel vor der Vernichtung gerettet und von ihm als sein Alters-Projekt in Verl neu aufgebaut.cite-ref-86[86]
Musik
Der Musikverein Verl e. V. besteht aus den drei Blasorchestern Musikverein Verl, dem Jugendorchester Verl sowie dem SchĂźlerorchester Verl. DarĂźber hinaus sind in Verl weitere Orchester beheimatet. Neben den Jagdhornbläserkorps oder auch dem Posaunenchor Verl ist vor allem das Westfalia Big Band Showorchester Ăźber die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Einige ChĂśre laden die BevĂślkerung nicht nur zum Mitsingen, sondern auch zu diversen Konzerten ein. Zu den bekanntesten zählen der Männergesangverein âLiedertafelâ, der Frauenchor âVerLadyâ sowie der Gospelchor S(w)inging Voices.
Bauwerke
Die katholische Pfarrkirche St. Anna wurde von 1792 bis 1801 unter dem FĂźrsten Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg erbaut. Es handelt sich um eine dreischiffige klassizistische Hallenkirche mit Ostturm. Die fĂźr Westfalen eher untypische Architektur geht auf den Erbauer zurĂźck. Dieser war ein Ăśsterreichischer Staatsmann und beauftragte den Wiener Architekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg mit dem Entwurf des Bauwerkes.
Im Ortskern blieben einige Fachwerkhäuser des 17. bis 19. Jahrhunderts erhalten. An der BĂźrmannstraĂe 10 befindet sich ein ehemaliges Heuerlingshaus, das 1741 errichtet wurde. Es wird heute als CafĂŠ genutzt. Aus dem frĂźhen 18. Jahrhundert stammt das Fachwerktraufenhaus am Kirchplatz 4. Es wurde im späten 19. Jahrhundert verputzt und in den Formen des barockisierenden Jugendstils umgebaut. Seit 1844 betreibt dort die Heinrich Schroeder KG eine Boonekamp- und LikĂśrfabrik. Der Zweiständer-Fachwerkbau am Kirchplatz 5 ist am Dielentor 1698 inschriftlich datiert. Teile des GerĂźstes sind vermutlich älter, worauf die auf einem Balken im Inneren angebrachte Jahreszahl â1586â hindeutet. Das Gebäude wird heute als Restaurant genutzt. Der zweigeschossige Fachwerkbau an der Sender StraĂe 8 geht auf eine 1615 gegrĂźndete KĂśtterstelle zurĂźck. Bei der 1985 durchgefĂźhrten Restaurierung wurden etliche HĂślzer der maroden Fachwerkkonstruktion ausgetauscht. Am 1. September 1986 wurde das Gebäude als Heimathaus Verl offiziell erĂśffnet. Das um 1800 erbaute Quer-Dielenhaus mit KrĂźppelwalmdach und Utlucht an der HauptstraĂe 15 wird heute von der Verler Bibliothek genutzt. Obwohl es Ăźber ein groĂes Dielentor verfĂźgt, wurde es nachweislich nicht landwirtschaftlich genutzt.
Am nÜrdlichen Rand des Stadtgebietes befindet sich die Alte Dorfmßhle, die älteste Verler Mßhle. In einer aus dem Jahre 1370 stammende Urkunde, welche im Staatsarchiv Mßnster verwahrt wird, ist bereits ein Hinweis auf molen to Verlo zu finden, was auf die Vorgängerin der heutigen Dorfmßhle hindeutet. Der stattliche, mit einem Krßppelwalmdach versehene Fachwerkbau der soll im Kern auf das Jahr 1598 zurßckgehen. Sein jetziges Erscheinungsbild verdankt er einer umfassenden Erneuerung von 1819.
In der näheren Umgebung finden sich noch einige EinzelhĂśfe, wie sie fĂźr diese Gegend typisch sind. In einer fĂźr heutige Zeiten seltener Geschlossenheit präsentiert sich der Hof Johannliemke, MĂźhlenstraĂe 1. Während das Haupthaus, ein mächtiger Vierständerbau, von 1822 stammt, entstand der Schafstall bereits 1595. Der Backspeicher wurde 1509 errichtet. Komplettiert wird die Hofanlage durch ein Bienenhaus, einige jĂźngere Scheunen und eine Prozessionskapelle von 1888. Auf dem Hof Kettelhoit in Verl-Bornholte befindet sich ein Fachwerkspeicher, der laut Inschrift 1747 errichtet wurde. Er gehĂśrt zu den wenigen noch erhaltenen Speicherbauten des Verler Landes, ist jedoch stark restaurierungsbedĂźrftig. Neben dem Droste-Haus am Schillingsweg steht die Seppeler-Kapelle, eine barocke Feldkapelle, die 1661 erstmals erwähnt wird,cite-ref-87[87] im Innern eine PietĂ aus der Zeit.
Siehe auch
:
Liste der Baudenkmäler in Verl
Denkmäler
An der vor der DorfmĂźhle gelegenen BrĂźcke Ăźber den Ălbach befindet sich ein Standbild des heiligen Johannes Nepomuk. Es handelt sich jedoch nicht mehr um die ursprĂźngliche Figur aus dem Jahr 1752 â so die Sockelinschrift â, sondern um eine jĂźngere Arbeit von Heinz Hollenhorst. Die ursprĂźngliche Entstehung verdankt die Statue den Grafen zu Rietberg-Kaunitz, die im 18. Jahrhundert Nepomuk zum Schutzpatron der Grafschaft Rietberg machten und an dieser Stelle eine Holzfigur erstellen lieĂen. Diese wurde jedoch 1920 zerstĂśrt und durch eine Steinfigur ersetzt, welche im Jahre 1976 ebenfalls zerstĂśrt wurde. In Anlehnung an die Steinfigur wurde die Nepomuk-Statue 1980 neu errichtet.cite-ref-mm-verl-entdecken-20-3[20]
Im Ortsgebiet finden sich zahlreiche BildstÜcke und Hofkreuze unterschiedlichsten Alters. Während auch in der Gegenwart neue Bauwerke dieser Art errichtet werden, blicken andere auf eine bereits Jahrhunderte alte Geschichte zurßck. Der älteste Bildstock Verls stammt aus dem Jahr 1706 und befindet sich am LÜnsweg im Ortsteil Bornholte. Derzeit sind 19 BildstÜcke sowie acht Hofkreuze in die städtische Denkmalliste eingetragen.cite-ref-dkml-kartei-88-0[88]
Das Ehrenmal 1914â1918 befindet sich auf dem Denkmalplatz. 1923 wurde das Ehrenmal fĂźr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Es hat die Form eines Obelisken und trägt die Inschrift âDen Heldentod fĂźr Deutschlands Bestand und Ehre starben im Welt-Krieg 1914â1918â. An der Seite sind die Namen der Gefallenen Kriegsteilnehmer aus Verl eingemeiĂelt. Durch die Verwitterung sind diese heute aber kaum noch lesbar. Ebenfalls auf dem Denkmalplatz befindet sich auch das Mahnmal 1939â1945. Am 16. November 1968 wurde das durch den Verler Bildhauer Heinz Hollenhorst gestaltete Mahnmal fĂźr die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges errichtet. Das Mahnmal in Gestalt einer vielfältig gebrochenen und durchbrochenen Wand voller Kreuze trägt die Inschrift 1939â1945.
Am 4. Juli 1991 wurde der Gedenkstein fĂźr die jĂźdische Familie Hope an der HauptstraĂe, in der Nachbarschaft der ehemaligen jĂźdischen Häuser, errichtet. Der Stein trägt die Inschrift: Den Familien Hope zum Gedenken. Auf Hebräisch wird ergänzt: Es werde Friede. Am 1. April 1995 wurde an der StraĂe Zum Sennebach im Ortsteil Kaunitz eine Gedenktafel aus Bronze zur Befreiung jĂźdischer Zwangsarbeiterinnen enthĂźllt.
Auf dem Kßhlmannplatz, dem Schulhof des Gymnasiums, wurde 1988 der Frßchtetragende Lebensbaum aufgestellt. Dieser soll an das Wirken von Domkapitular Ferdinand Kßhlmann erinnern, welcher ßber 50 Jahre lang als Priester in Verl tätig war. Geschaffen wurde die Plastik durch den Bildhauer Bruno Buschmann.
Parks
Eine kleine Grßnanlage im Zentrum der Stadt ist der Denkmalplatz. Von 1770 bis 1873 befand sich hier der Dorffriedhof. 1923 wurde ein Ehrenmal fßr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Form eines Obelisken errichtet. 1968 entstand das Mahnmal fßr die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 2002 wurde der Platz neu gestaltet. Die Rasenfläche am Konrad-Adenauer-Schulzentrum in der Ortsmitte sowie das kleine Waldstßck Am Bßhlbusch im Sßdosten der Stadt sind zudem parkähnlich angelegt.
FriedhĂśfe
Seitdem der ehemalige Dorffriedhof am heutigen Denkmalplatz aufgegeben wurde, wird der kommunale Friedhof am Rande des Ortes fßr Bestattungen genutzt. Darßber hinaus gibt es einen Friedhof im Ortsteil Kaunitz sowie jeweils eine katholische und evangelische Begräbnisstätte im Ortsteil Sßrenheide.
Die kleine jĂźdische Begräbnisstätte am BĂźkersweg wurde in der Zeit des Nationalsozialismus verwĂźstet und nach Ende des Krieges nicht wiederhergestellt. Das GrundstĂźck wird seit dem nicht bewirtschaftet.cite-ref-89[89] Im November 2020 wurde das Areal durch Bäume und Findlinge zu einem âHain der Erinnerungâ umgestaltet.cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]
Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete
Ein ausgewiesenes Naturdenkmal auf dem Stadtgebiet ist die sogenannte Friedenslinde. Diese befindet sich am Rande der Ortschaft Sende bei naturdenkmal-friedenslinde51° 54Ⲡ14,1ⳠN, 8° 33Ⲡ3,8ⳠO51.9039118.551067.
In Verl befinden sich drei Naturschutzgebiete, davon zwei ausschlieĂlich innerhalb des Stadtgebietes. Das mit 131 ha grĂśĂte sind die Grasmeerwiesen. Sie sind gleichzeitig eines der grĂśĂeren Feuchtwiesenschutzgebiete im Kreis GĂźtersloh. Das Gebiet wurde am 26. Januar 1989 ausgewiesen und liegt sĂźdwestlich des Ortsteils Kaunitz. Mit dem Naturschutzgebiet Fleckernheide befindet sich ein weiteres Naturschutzgebiet vollständig in Verl. Es ist 10,5 ha groĂ und wurde am 18. Juli 1989 unter Schutz gestellt. AuĂerdem liegt das 228 ha groĂe Naturschutzgebiet GroĂe Wiese zum Teil auf dem Gebiet der Stadt. Der weitaus grĂśĂere Teil davon gehĂśrt zur Stadt GĂźtersloh. Es wurde am 28. Dezember 1994 ausgewiesen und liegt im Norden von Verl.
Sport
Der SC Verl spielt seit der Saison 2020/21 in der dritten FuĂball-Liga der Männer. Der Verein bestreitet seine Spiele im Verler FuĂballstadion. Es fasst 5000 Besucher und trägt den Namen Sportclub Arena. Dort angeschlossen ist ein Sportzentrum mit FuĂball-, Baseball- und Basketballplatz, einer Inline-Skating Anlage, einer Rad-Cross-Bahn sowie einer Finnenbahn. Die Tennisvereine betreiben verteilt Ăźber das Stadtgebiet drei Tennisplätze.
Der mitgliederstärkste Sportverein ist der TV Verl. Dieser spielt mit der Handball-Frauenmannschaft in der Oberliga (Westfalen) und mit der Männermannschaft in der Landesliga. Darßber hinaus bietet er unter anderem Aikido, Judo, Badminton, Rhythmische Sportgymnastik, VÜlkerball und Volleyball an. Der Baseballverein Verl/Gßtersloh Yaks ist in der NRW-Liga vertreten.
Die Ortsgruppe der DLRG in Verl erhielt auf Bundesebene Preise fĂźr gute Jugendarbeit, unter anderem das âGrĂźne Bandâ, eine Auszeichnung fĂźr vorbildliche TalentfĂśrderung in Vereinen.cite-ref-92[92]
Die vier SchĂźtzenvereine der Stadt betreiben SchieĂsport. ZwĂślf verschiedene Brieftaubenzuchtvereine und drei RassegeflĂźgelzuchtvereine sind in Verl vertreten.cite-ref-93[93] Der Tractor Pulling Team Verl e. V. fährt erfolgreich im deutschen und europäischem Tractorpulling. In den verschiedenen Klassen war der Verein mehrfacher Deutscher Meister und 2003 auch Vize-Europameister. Ein weiterer Vertreter des Motorsports ist der Motor-Sport-Club Verl. Weitere Vereine der Stadt sind unter anderem der Reitverein RV Verl oder auch die Schachfreunde Verl.
Im Konrad-Adenauer-Schulzentrum befinden sich neben einem Schullehrschwimmbecken auch mehrere Mehrfachsporthallen, die nicht nur von den Schßlern der ansässigen Schulen, sondern auch vom TV Verl und dessen Handballmannschaften genutzt werden. Eine der Hallen diente unter anderem der deutschen Frauen-Handballnationalmannschaft als Austragungsort eines Länderspieles gegen die Niederlande.cite-ref-94[94]
AuĂerdem verfĂźgt die Stadt Ăźber weitere Turnhallen, ein Freibad und etwa 20 offene FuĂballplätze, die Ăźber die Siedlungsgebiete verteilt sind.
Im Jahre 2021 bewarb sich die Stadt als Host Town fĂźr die Gestaltung eines viertägigen Programms fĂźr eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. Im Jahre 2022 wurde sie als Gastgeberin fĂźr Special Olympics Honduras ausgewählt.cite-ref-95[95] Die Delegation bestand aus etwa 25 Personen.cite-ref-96[96] Damit wurde die Stadt Teil des grĂśĂten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.cite-ref-97[97]
RegelmäĂige Veranstaltungen
Der Hobbymarkt besteht seit 1966 und ist einer der grĂśĂten Tier- und TrĂśdelmärkte Deutschlands.cite-ref-stadt-verl-hobbymarkt-98-0[98] Der Markt findet an jedem ersten Samstag im Monat in und um die Ostwestfalenhalle im Ortsteil Kaunitz statt. Die Halle wird während des Marktes von Verkaufsständen zum Verkauf von Waren aller Art und Imbiss- und Getränkeständen umrahmt. In der Halle werden Kleintiere wie VĂśgel, GeflĂźgel, Meerschweinchen und Kaninchen zum Verkauf angeboten. Auf dem AuĂengelände kĂśnnen Esel, Pferde und Ziegen gekauft werden.
Im Januar findet das Jahreskonzert des Musikvereins Verl statt. Im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Verl präsentieren die Blasorchester jährlich ein Programm aus Marschmusik, Polka, Samba sowie Film- und Musicalhits. Seit 1970 fßhrt das Kolping Theater Verl jährlich ein Theaterstßck auf. Immer im Frßhjahr, wird fßr zwei Wochen die Aula der Gesamtschule so zu einem kleinen Theater. An Ostern wird auch in Verl die weitverbreitete Tradition des Entfachens von Osterfeuern gepflegt. Jährlich im Sommer findet in und um die Ostwestfalenhalle der Trucker-Treff, ein Country-Festival, bei dem namhafte Musiker auftreten, statt. Immer am ersten September-Wochenende findet mitten im Ortskern die traditionelle Kirmes Verler Leben statt. Offiziell beendet wird das Fest mit einem Feuerwerk am Sonntagabend. In den Adventswochen findet an der Sankt-Anna-Kirche in der Ortsmitte ein Weihnachtsmarkt statt.
Kulinarische Spezialitäten
In Verl ist traditionell die deftige Westfälische KĂźche anzutreffen. AuĂerdem ist der pfannkuchenartige Pickert weit verbreitet. Eine Getränkespezialität ist der Magenbitter Schroeders Boonekamp. Dieser ist so eng mit der Stadt verbunden, dass er den Namen âVerler Heimatwasserâ trägt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das erste groĂe Unternehmen des Verler Landes war die Holter EisenhĂźtte. Sie wurde vom Rittergutsbesitzer Friedrich Ludwig Tenge zu Niederbarkhausen gegrĂźndet und nahm 1842 ihren Betrieb auf. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es daneben nur kleine Handwerksbetriebe, die hauptsächlich in der Holz- und Fleischverarbeitung tätige waren, und einige Ziegeleien.
Heute verdankt die Stadt ihre starke Wirtschaftskraft international agierenden GroĂunternehmen wie Nobilia, Beckhoff, Teckentrup und Heroal. DarĂźber hinaus verfĂźgt die Verler Wirtschaft Ăźber einen starken Mittelstand. Dies spiegelt auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wider. Verl hat mit einer Kaufkraftkennziffer von 104,30 die dritthĂśchste Kaufkraft im Kreis GĂźtersloh.cite-ref-statistikbericht-gt-2009-81-1[81]
PendlerĂźberschuss
Die Wirtschaftskraft der Stadt zeigt sich auch an der Pendlerstatistik. Im Jahr 2022 pendeln mehr Personen in die Stadt herein (15.153 Einpendler) als aus der Stadt hinaus (8240 Auspendler). Im Jahr 2022 beträgt der Pendlerßberschuss daher 6913.cite-ref-1-11-1[11]
Die folgende Tabelle zeigt die tägliche Zahl der Aus- und Einpendler der fßnf wichtigsten Städte der Umgebung (Stand 2022).cite-ref-1-11-2[11]
| Stadt | Einpendler | Auspendler | Pendlersaldo |
|---|---|---|---|
| GĂźtersloh | 3500 | 3190 | 310 |
| Bielefeld | 1980 | 1620 | 360 |
| Rietberg | 1280 | 690 | 590 |
| Rheda-WiedenbrĂźck | 1010 | 850 | 160 |
| SchloĂ Holte-Stukenbrock | 960 | 660 | 330 |
Arbeitsmarktdaten
Mit 574,5 pro 1000 Einwohner lag die Dichte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2004 in Verl deutlich ßber dem Landesdurchschnitt von 472,9. Am 30. Juli 2008 waren in Verl insgesamt 11.011 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.cite-ref-99[99]
Mit 91,47 % aller Beschäftigten arbeitet der GroĂteil in den beiden Berufsbereichen Dienstleistung (46,39 %) und Fertigung (45,08 %). Weitere 6,27 % arbeiten in technischen Berufen, 1,65 % in der Land-, Tier-, Forstwirtschaft und im Gartenbau sowie 0,57 % in den Ăźbrigen Berufsbereichen.cite-ref-100[100]
Verkehr
StraĂenverkehr
Durch das Stadtgebiet verläuft die Bundesautobahn 2. Verl ist ßber die Anschlussstelle Gßtersloh in etwa 6 km Entfernung an diese angeschlossen. An die Bundesautobahn 33 ist Verl mit den etwa 10 km entfernten Anschlussstellen in Bielefeld-Senne und Schloà Holte-Stukenbrock sowie mit der circa 18 km entfernten Anschlussstelle in HÜvelhof angebunden.
Schienen- und Busverkehr
Die Stadt liegt an der Nebenbahnstrecke GĂźterslohâVerlâKaunitzâHĂśvelhof der Teutoburger-Wald-Eisenbahn-Gesellschaft (TWE). Diese Linie besteht seit 1903, wird aber seit 1978 nur noch fĂźr den GĂźtertransport und Museumsverkehr genutzt. Daher wurde bereits vor Jahren der Verler Bahnhof geschlossen und der gewerblichen Nutzung Ăźbergeben. Auch die anderen an der Bahnlinie gelegenen BahnhĂśfe Varensell, Bornholte und Kaunitz werden nicht mehr fĂźr den Personentransport genutzt. Die nächstgelegenen BahnhĂśfe befinden sich in GĂźtersloh in etwa 10 km und Bielefeld in etwa 20 km Entfernung.
Seit längerem wird ßber eine Wiederbelebung des Personenverkehrs auf der TWE nachgedacht. Eine finanzielle Beteiligung an den Betriebskosten seitens der Städte Gßtersloh, Harsewinkel und Verl sowie des Kreises Gßtersloh gilt bereits als sicher (es gibt entsprechende Rats- und Kreistagsbeschlßsse dazu).cite-ref-101[101] Die endgßltige Entscheidung und eine Terminfestlegung (angestrebt war 2013 der Dezember 2016) fßr eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs steht auf Landesebene jedoch noch aus.cite-ref-102[102]
Im StraĂenpersonennahverkehr ist Verl Ăźber Regionalbusse mit den umliegenden Städten bzw. Gemeinden GĂźtersloh, HĂśvelhof, SchloĂ Holte und Bielefeld verbunden. FĂźr den gesamten Ăśffentlichen Personennahverkehr gelten regional die Tarife im Verkehrsverbund Westfalentarif und, auĂerhalb dessen Grenzen, im weiteren Nordrhein-Westfalen der NRW-Tarif.
FuĂ- und Radverkehr
Der Europaradwanderweg R1, ein 3.500 Kilometer langer Radfernweg von Boulogne-sur-Mer in Frankreich nach Sankt Petersburg in Russland, fĂźhrt von GĂźtersloh kommend in Richtung SchloĂ Holte-Stukenbrock quer durch das Stadtgebiet. Auch der 160 Kilometer lange Radfernweg BahnRadRoute Teuto-Senne von OsnabrĂźck nach Paderborn fĂźhrt durch die Stadt.
DarĂźber hinaus gibt es Radtouren in historische Bauerschaften, in die Senne und zu den Emsquellen sowie durch die historische Grafschaft Rietberg. Wanderungen fĂźhren zum Steinhorster Becken, entlang des Ălbachs oder durch den Ortsteil SĂźrenheide. Der Heimatverein bietet diese Touren auch mit FĂźhrung an.
Flugverkehr
Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Dieser ist etwa 30 Kilometer entfernt und Ăźber die A33 zu erreichen. Ăber die A2 sind zudem die internationalen Flughäfen in Dortmund (etwa 95 km entfernt) und Hannover (etwa 130 km) zu erreichen.
Der am sßdlichen Stadtrand von Bielefeld gelegene Flugplatz Bielefeld wird vorwiegend fßr den Geschäftsreiseverkehr genutzt. Er befindet sich nur wenige Kilometer von Verl entfernt.
AuToRail OWL
Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhof in Kaunitz wird seit Januar 2024 eine Teststrecke fĂźr das Projekt AuToRail OWL â Automated Transport of Road and Rail Goods OWL erstellt. Es geht um ein Konzept fĂźr ein ressourcenschonendes Zweiwegefahrzeug zum Transport von GĂźtern auf Schiene und StraĂe. Perspektivisch sollen darĂźber auch Personen transportiert werden.cite-ref-103[103]
Das Projekt hat einen Umfang von 2,3 Millionen Euro und ist auf drei Jahre angelegt. Die Konsortialfßhrerin ist die Universität Bielefeld. Beteiligt ist neben der Stadt Verl die Technische Hochschule Ostwestfalen und der Rail Campus OWL.cite-ref-104[104]
Medien
In Verl sind drei Tageszeitungen vertreten. In alphabetischer Reihenfolge sind dies Die Glocke aus Oelde, die Neue Westfälische sowie das Westfalen-Blatt aus Bielefeld. Alle Zeitungen bieten in ihren Ausgaben auch Lokalteile fĂźr die Stadt. Das Westfalen-Blatt und die Neue Westfälische unterhalten zudem jeweils eine eigene Lokalredaktion im Ort. AuĂerdem erscheinen monatlich die beiden werbefinanzierten Magazine Verler Leben und Verler Magazin. Beide sind kostenlos und werden als Hauspost sowie Ăźber Auslagestellen im Einzelhandel verteilt.
Verl gehĂśrt zudem zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Weiterhin gehĂśrt die Stadt zum Sendegebiet von Radio GĂźtersloh, welches Verl in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt.
Ăffentliche Einrichtungen
Das im Jahr 2008, nach einjährigem Ausbau, wieder bezogene Rathaus an der Paderborner StraĂe ist neben dem Sitz des BĂźrgermeisters auch die zentrale Anlaufstelle fĂźr alle BĂźrger der Stadt. Seit Juli 2008 ist dort auch eine Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle eingerichtet.
Die Freiwillige Feuerwehr Verl ist fĂźr den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Stadtgebiet zuständig und verfĂźgt Ăźber zwei LĂśschzĂźge, davon einer in Verl und ein zweiter im Ortsteil Kaunitz. Der LĂśschzug Kaunitz wurde am 8. August 1910 gegrĂźndet und besteht heute aus 52 FeuerwehrangehĂśrigen. Am 6. Juli 1913 wurde der LĂśschzug Verl gegrĂźndet und zählt heute 74 Feuerwehrleute.cite-ref-105[105] Im Ortsteil SĂźrenheide ist im Jahr 2014 eine eigene LĂśschgruppe des Verler LĂśschzuges entstanden.cite-ref-106[106] Dort und im Industriegebiet Verl-West wird die Freiwillige Feuerwehr Verl durch den LĂśschzug Spexard der Freiwilligen Feuerwehr GĂźtersloh unterstĂźtzt. HierfĂźr wurde im Jahr 2011 ein Ăśffentlich-rechtlicher Kooperationsvertrag zwischen den Städten Verl und GĂźtersloh geschlossen. Auf Grund der geographischen Lage der Feuerwehrhäuser kann der Spexarder LĂśschzug den Verler Ortsteil sowie das Industriegebiet schneller erreichen als die Ăśrtliche Feuerwehr. In Gruppenstärke (9 Einsatzkräfte) und mit einem Fahrzeug werden ErstmaĂnahmen innerhalb der Hilfsfrist eingeleitet. Mittelfristig ist die GrĂźndung eines LĂśschzuges in SĂźrenheide geplant.
Die Bibliothek Verl hat 1999 ihre TĂźren geĂśffnet und ist seitdem eine feste Säule im Bildungs-, Kultur- und Freizeitbereich der Stadt Verl. Die Bibliothek bietet eine Ăffnungszeit von 34 Wochenstunden und einen Medienbestand von Ăźber 40.000 Medien unterschiedlicher Art (Stand 1. Januar 2019). Dazu kommen Online-Angebote. Mit jährlich rd. 82.000 Besuchern und einer Ausleihzahl von Ăźber 260.000 Medien wird die Bibliothek gut angenommen. 2019 und 2020 erfolgen Planungen fĂźr eine Neuausrichtung mit EinfĂźhrung einer Open Library.
Das Freibad Verl bietet neben einem 50 m Schwimmbecken, einem StrÜmungskanal und 10 m Sprungturm auch Freiflächen sowie Beach-Volleyball- und Beach-Handball-Felder. Auch das Hallenschwimmbad im Schulzentrum zählt zu den Üffentlichen Einrichtungen der Stadt und steht der BevÜlkerung zur Verfßgung.
Im Heimathaus, das vom Heimatverein Verl betrieben wird, finden regelmäĂig kulturelle Veranstaltungen aller Art statt. Neben Seminaren, Lesungen und kleinen Konzerten kĂśnnen auch Ausstellungen besucht werden.
Die 1966 eingeweihte Ostwestfalenhalle im Ortsteil Kaunitz gehĂśrt ebenfalls zu den Ăśffentlichen Einrichtungen der Stadt. Sie wurde bis 1976 vom Zweckverband âGroĂmarkt Kaunitzâ betrieben. UrsprĂźnglich diente sie als GroĂmarkthalle fĂźr Eier und GeflĂźgel. Daher ist sie im Volksmund auch als âEierhalleâ bekannt. Heute finden neben dem Hobbymarkt weitere Veranstaltungen das ganze Jahr Ăźber statt.
Das Gemeinschaftsklärwerk Verl-Sende betreibt die Stadt zusammen mit den daran angeschlossenen Kommunen Oerlinghausen, Bielefeld und Schloà Holte-Stukenbrock. Es hat eine Reinigungsleistung von etwa 1.000.000 m³ pro Jahr.cite-ref-107[107] Darßber hinaus betreibt die Stadt noch die Kläranlage Verl-West, die im Jahr 2007 eine Reinigungsleistung von 2.165.151 m³ hatte.cite-ref-108[108]
Bildung
WeiterfĂźhrende Schulen
1966 bezog die bereits 1964 gegrßndete Realschule erstmals ihr neues Schulgebäude. Diese bildete den ersten Baustein fßr das im Zentrum der Stadt liegende Schulzentrum. Anlässlich der Einweihung der Hauptschule 1973 wurde das Schulzentrum nach Konrad Adenauer benannt. Mit dem Bezug des Gymnasiums 1977 war das Konrad-Adenauer-Schulzentrum fertiggestellt.
Ab dem Schuljahr 1977/1978 begann der Unterricht im neuerrichteten Gymnasium Verl. Die Schule hat seit 2017 den Status einer âmitarbeitenden Schuleâ im Zertifizierungsprozess zur UNESCO-Projektschule.cite-ref-109[109]
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Hauptartikel
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Gymnasium Verl
Seit November 2009 gehĂśrt zum Schulzentrum auch eine Mensa.
Zum Schuljahr 2013/2014 nahmen Haupt- und Realschule aufgrund der Einrichtung der Gesamtschule keine neuen Schßler mehr auf und liefen im Jahr 2018 aus. Die zwei weiterfßhrenden Schulen werden im Schuljahr 2019/2020 von 2001 Schßlern besucht (Gymnasium: 1022, Gesamtschule: 979). Im Jahr 2023 wurde das Gebäude der Realschule im Rahmen des Neubaus der Gesamtschule und des Hallenbades abgerissen.cite-ref-110[110]
Grundschulen
Dem Konrad-Adenauer-Schulzentrum gehĂśrt auch die Grundschule âMarienschuleâ an.
Des Weiteren verfĂźgt die Stadt Ăźber fĂźnf Grundschulen die im Schuljahr 2019/2020 zusammen von 975 SchĂźlern besucht werden. Im Ortsteil Verl liegen die Grundschule Am BĂźhlbusch mit 329 sowie die katholische Marienschule mit 241 SchĂźlern. In Kaunitz und Bornholte befindet sich der Grundschulverbund Grundschule Kaunitz-Bornholte mit insgesamt 236 SchĂźlern. Davon besuchen 87 SchĂźler den Teilstandort Bornholte. Im Ortsteil SĂźrenheide wird die katholische St.-Georg-Schule von 169 SchĂźlern besucht.
Wasserversorgung
Zur Versorgung betreibt die Wasserversorgung Verl GmbH das Wasserwerk MĂźhlgrund im 1100 m² groĂen Wasserschutzgebiet Verl-MĂźhlgrund, welches im Holter Wald liegt. Dort werden bis zu 1,7 Mio. mÂł Grundwasser im Jahr gefĂśrdert.cite-ref-111[111] Das Wasserwerk versorgt teilweise auch die Nachbarstädte Rheda-WiedenbrĂźck und Rietberg mit Wasser.cite-ref-112[112] Seit 2021 betreibt die Stadt die Wasserversorgung Verl GmbH und ist mit 51 % daran beteiligt. Die anderen 49 % gehĂśren der Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VWG), einem Tochterunternehmen der Gelsenwasser AG.cite-ref-113[113]
Ansässige Unternehmen
Mit der Firma Nobilia hat der europäische MarktfĂźhrer fĂźr KĂźchenmĂśbelcite-ref-114[114] seinen Sitz in der Stadt. Das Unternehmen beschäftigt etwa 4500 Mitarbeiter und produziert an vier deutschen Produktionsstätten nach eigenen Angaben 8,5 Millionen Schränke im Jahr.cite-ref-115[115] Mit den Werken in Verl-Kaunitz und -SĂźrenheide ist Nobilia ein groĂer Arbeitgeber in Verl.
Die in Verl ansässige Beckhoff Unternehmensgruppe betreibt in den drei familiär verbundenen Unternehmen einen Elektrofachhandel (Beckhoff Technik und Design GmbH), ein Unternehmen fßr Elektroinstallation im Gebäude (Elektro Beckhoff) sowie ein Technologieunternehmen der Automatisierungstechnik (Beckhoff Automation).cite-ref-116[116]
Einer der grĂśĂten europäischen Hersteller von TĂźren und Toren aus Metall ist die Firma Teckentrup. Sie betreibt 15 Niederlassungen in Deutschland und beschäftigt weltweit mehr als 850 Mitarbeiter. Ihre Hauptverwaltung ist in Verl-SĂźrenheide. Die Firma Heroal ist ein Hersteller von AluminiumâProfilsysteme und hat seinen Sitz in Verl. Sie beschäftigt rund 900 Mitarbeitercite-ref-117[117] und hat Standorte in Verl und HĂśvelhof. Ein weiterer Verarbeiter von Aluminium ist die Firma Alulux. Sie beschäftigt rund 280 Mitarbeiter und hat ihren Sitz ebenfalls in der Stadt. Seit April 2012 ist Alulux Teil der irischen CRH.cite-ref-118[118]
Mit der Firma Kleinemas ist in Verl ein bekannter Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren ansässig. Er beschäftigt etwa 250 Mitarbeiter. Mit dem Familien-Unternehmen NĂźĂing ist ein weiteres groĂes Unternehmen in Verl ansässig. NĂźĂing ist ein fĂźhrendes Unternehmen in der Baubeschlag-Sparte und betreibt deutschlandweit zehn Standorte. Das Verler Unternehmen Hermann Bock ist ein Hersteller von Pflegehilfsmitteln. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Entwicklung und Herstellung von Gesundheitsbetten und präventiven Liegeflächensystemen. Im Jahr 2014 beschäftigte das Unternehmen nach Angabe des ABC der deutschen Wirtschaft 120 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 22 Millionen Euro.cite-ref-umsatz-119-0[119]
Mit der Landmaschinenfabrik KĂśckerling hat zudem ein auf pfluglose Bodenbearbeitung spezialisierter Landtechnik-Hersteller seinen Sitz in der Stadt. Mit Konrad Motorsport hat ein Unternehmern aus dem Automobilsport seinen Sitz in Verl.
Die deutsche Tochtergesellschaft des spanischen Telefonkonzerns Telefónica betrieb in Verl einen wichtigen Standort. Trotz des Einzugs in einen im Frßhjahr 2010 fertiggestellten Neubau wurde dieser Standort im September 2011 wieder geschlossen. Mit Riverty betreibt der weltweit tätige Medienkonzern Bertelsmann einen Standort in der Stadt. Viele Einwohner Verls arbeiten auch fßr andere Zweige des Konzerns, der seine Hauptverwaltung in Gßtersloh, in unmittelbarer Nähe zur Stadt, hat.
PersĂśnlichkeiten
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Hauptartikel
:
Liste von PersĂśnlichkeiten der Stadt Verl
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
Am 15. Mai 1777 wurde Johann Christoph Bernsmeyer in Verl geboren. Der Pater der Franziskaner (OFM) war GrĂźnder der Kongregation der Krankenschwestern nach der 3. Regel des hl. Franziskus zu MĂźnster.cite-ref-kirchenlexikon-120-0[120] Er starb am 2. Juni 1858 in Telgte.
Johannes Otto Bredeick, der GrĂźnder der Stadt Delphos in Ohio (USA), die seit 1999 Partnerstadt Verls ist, wurde am 22. Januar 1789 in Verl-Bornholte geboren. Als Pastor organisierte er zusammen mit seinem Bruder Ferdinand eine Auswandererbewegung in die USA. Er grĂźndete auch die Stadt Ottoville, eine benachbarte Stadt von Delphos.cite-ref-121[121]
Der deutsche Schriftsteller Norbert Johannimloh wurde am 21. Januar 1930 in Verl geboren. Bekanntestes Werk ist der autobiografisch geprägter Roman Appelbaumchaussee, der die westfälische Kindheit in den DreiĂiger- und Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts schildert.
Joachim Milberg ist Ingenieur und Manager und wurde am 10. April 1943 in Verl geboren. Nach dem Studium der Fertigungstechnik folgte 1971 die Promotion zum Doktor-Ingenieur (Dr.-Ing.). Milberg war Professor an der Technischen Universität Mßnchen und Universität Duisburg-Essen. Er war Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Motorenwerke AG und ist aktuell im Kuratorium der BMW Stiftung Herbert Quandt.cite-ref-122[122]
Am 14. Mai 1946 wurde Elmar Brok in Verl geboren. Der Politiker (CDU) studierte ohne Abschluss Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft und war danach als Journalist tätig. Er war von 1999 bis 2007 sowie seit 2012 Vorsitzender des Ausschusses fßr Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments und er war bis 2011 Senior Vice President Media Development der Bertelsmann AG.cite-ref-123[123]
Wilhelm Steckling, am 23. April 1947 in Verl geborener Ordensgeistlicher, war von 1998 bis 2010 Generaloberer der HĂźnfelder Oblaten. Seit 2014 ist er Bischof von Ciudad del Este.
Der Arzt und Kabarettist Ludger Stratmann wurde am 23. Juli 1948 in Verl geboren. Er studierte Humanmedizin, promovierte 1985 und lieĂ sich in Bottrop mit einer Praxis fĂźr Allgemeinmedizin nieder. Stratmann wurde unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Bottrop ausgezeichnet und starb 2021 in Bottrop.
Der Bluesmusiker und Songschreiber Roland Berens wurde am 12. Juli 1949 in Verl geboren. Er erwarb das Diplom im Ingenieurstudiengang Informationsverarbeitung und studierte 1992 bis 1997 Hispanistik, Literaturwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften; Promotion 2001.
Hubert Berenbrinker ist emeritierter Weihbischof im Erzbistum Paderborn und wurde am 7. Juni 1950 in Verl geboren. Er studierte am Paderborner Priesterseminar. Am 19. April 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Panatoria und bestellte ihn zum Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Sein erstes Pontifikalamt feierte er am 7. Juli 2008 in der Verler St.-Anna-Kirche.
Christian Stratmann ist Prinzipal am Mondpalast und dem RevuePalast Ruhr und wurde am 18. Februar 1951 in Verl geboren. Stratmann ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und Bßrger des Ruhrgebiets.
PersĂśnlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Die folgenden PersĂśnlichkeiten sind keine gebĂźrtigen Verler, wirken oder wirkten aber hier.
⢠Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (1711â1794), Ăśsterreichischer Staatsmann und Diplomat, war u. a. Erbauer der St.-Anna-Kirche in Verl
⢠Vicarius Ferdinand KĂźhlmann (* 15. November 1842 in Westerwiehe â 24. Januar 1929), war Domkapitular in Paderborn, errichtete das Verler Krankenhaus, die StraĂe zwischen St.-Anna-Kirche und Krankenhaus wurde nach ihm benannt
⢠Ernst Meurin (1885â1970), Autor und Kreisheimatpfleger von WiedenbrĂźck, Lehrer in Bornholte, MitbegrĂźndern des Heimatvereins, die Ernst-Meurin-StraĂe trägt seinen Namen
⢠Gert Richter (1929â2017), deutscher Schauspieldramaturg, Schriftsteller, Verlagsredakteur und Herausgeber, lebte lange in Verl
⢠Der Franz-Josef Balke (* 1939), CDU, 1975 bis 1992 im Verler Gemeinderat, seit 1973 Kreistagsmitglied in Gßtersloh, 1983 bis 1988 stellvertretender Landrat des Kreises Gßtersloh, danach bis 1994 Landrat und dann bis 1997 erneut Stellvertreter.
Sonstiges
Auf Verls bekanntesten Bach, den Ălbach, geht der von vielen Einheimischen fĂźr Verl verwendete Begriff Ălbachgemeinde zurĂźck. Auch ein MusikstĂźck bezieht sich mit der Textzeile âVerl am Ălbach (âŚ)â direkt auf die Verbundenheit der Stadt zu diesem Gewässer. Besonders auf den zahlreichen SchĂźtzenfesten im Stadtgebiet ist dieses Lied des Ăfteren zu hĂśren.
Literatur
⢠Friedrich Adämmer, Udo Graffunder: Verl, eine Gemeinde mit Zukunft. FlÜttmann, Gßtersloh 1978, DNB 790449471.
⢠Josef Freise: Verl â Zeugnisse aus alter Zeit. Rhode, Marienfeld 1979, ISBN 3-921961-01-7.
⢠Bernhard Klotz: Landschaftsfßhrer mit Rundwanderwegen und Pättkesfahrten im Verler Land (= Heimatkundliche Schriftenreihe. Heft 1). Verl 1980, DNB 820551848.
⢠Friedrich Fischer: Kreis Gßtersloh - Ein Bildband aus dem FlÜttmann Verlag Gßtersloh. Hrsg.: FlÜttmann Verlag. FlÜttmann Verlag, Gßtersloh 1981, ISBN 3-87231-010-0.
⢠Hans-Josef Pähler: Die Vogelwelt des Verler Landes (= Heimatkundliche Schriftenreihe. Heft 3). Verl 1983, DNB 840385080.
⢠Friedrich Adämmer, Udo Graffunder: Verl, unsere Gemeinde. FlÜttmann, Gßtersloh 1991, ISBN 3-87231-012-7.
⢠Katholische Kirchengemeinde St. Anna Verl (Hrsg.): Unsere Pfarrkirche St. Anna in Verl 1792â1992. Paderborn 1992.
⢠Maria Schlelein: 1000 Jahre wie ein Tag â Geschichte des Verler Landes. Heimatverein Verl, GĂźtersloh 1998, ISBN 3-929494-08-6.
⢠Robert Peters, Valentina Djatlova: WÜrterbuch des Verler Platt. Verlag fßr Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-495-8.
⢠Malte MÜhr: Verl entdecken. Erkundungen in Natur und Geschichte. plv, Mammendorf 2006, ISBN 3-86611-080-4.
Weblinks
Commons
: Verl
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Verl
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Website der Stadt Verl
⢠Website des Verler Heimatvereins
⢠Literatur von und ßber Verl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Historisches Häuserbuch zu BauernhÜfen und Häusern in Westfalen
⢠Kulturlandschaftlich bedeutsamer Stadt- und Ortskern Verl bei LWL-GeodatenKultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Einzelnachweise
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